Vereinsgeschichte

 

Historie  1888 - 2008

 

08. Sept. 1888

Gründungsversammlung im Gasthof "Zum Grünen Baum",
Hans W
egner als Wirt war Grundungsvorstand.
Weitere Vorstandsmitmitglieder waren : Schriftführer Leonhard
Riedel, Kassier Johann Kispert, Turnwart Ernst Wächter und Kleophas Ahne.
Turnstunden wurden 1891 m Garten der Wirtschaft Grüner Baum an selbstgebauten Geräten abgehalten.

1891

Da der Wegnert'sche Garten zu klein geworden war, wurde die sogenannte  "Bummelpeunt", eine Wiese
die bei der heutigen Post war, als Turnplatz angepachtet. Vereinslokal war die Gastwirtschaft der damaligen Porzellanfabrik Schönwald, der spätere Gasthof "Alter  Krieger".

Die Vereinsfahne wurde für 450 Goldmark von einer  Kölner
Fahnenfabrik angeschafft.

1892

am 14. August findet die Fahnenweihe auf der Klepperwiese statt.
Patenverein war der damalige Turnverein Selb, die heutige
Turnerschaft Selb. Die örtlichen Fahnenpatinnen waren
Jette Köhler und Jette Summerer.

1896

Josef Hammerschmidt wurde Vereinsvorstand. Am jetzigen Geierweg, wurde ein Grundstück erworben, das als vereinseigener Turnplatz diente.
Heutiger Bauplatz der Fa. Baumgärtel.

1897

Übertritt vom Nordoberfränkischen Turngau zum Röslau-Egertal-Turngau. Vorstand dieses Turngaus war der geborene Schönwalder, Kantor Mathias  Wölfel. 
Durch Turnbruder Hans Wohlrab wurde der 1. Eichenkranz für den  TV Schönwald erturnt.

1900

Unter der Vorstandschaft  von Josef Hammerschmidt wurde das Winterturnen eingeführt. Mit Zustimmung der Porzellanfabrik konnte der Gartensaal dazu  benutzt werden. Jetzt konnte das ganze Jahr trainiert werden. Ein erstes öffentliches Schauturnen wurde auf Grund einer enormen Leistunssteigerung der begeisterten Turner abgehalten. Die Gründung einer Damenriege wurde ebenfalls vollzogen. Die auswärtigen bekannten Turner Hans Wendel aus Hirschau und Fritz Schönauer aus  Arzberg turnten beim TV Schönwald und setzten neue  Leistungsakzente.

03.08.
1905

Ausrichter des ersten Gauturnfestes auf Schönwalder Boden. Die Porzellanfabrik stellte als Festplatz eine Wiese, am heutigen Friedhof zur Verfügung. Es gab in Schönwald keine elektrische Beleuchtung, aber der
Festplatz  wurde Dank der Porzellanfabrik elektisch beleuchtet.
Durch Dir. Lehmann  wurde der Gartensaal für die steigenden Übungsmöglichkeiten erheblich vergrößert.
Es wurden von Schönwalder Turnbrüdern nicht nur Gau,- und Bezirksturnfeste besucht, sondern man nahm auch an oberfränkischen und bayerischen Turnfesten teil.

1906

Waldfest mit gauoffenen Wettkämpfen am Pfaffenberg,
links von der "Alte Rehauer Straße"

1908

Gründung einer Theatergruppe unter Turnbruder
Hans Stengel für das kulturelle Leben in Schönwald.

1910

Johann Wagner wird erster Vorsitzender und eine Fußballabteilung wurde gegründet. Der Turnplatz am Geierweg wurde zu klein. Es wurde der Kauf  des Grundstücks (ehemaliger Rußgarten), heutige Schulsportanlage beschlossen. Ehrenmitglied Julius Nürnberger aus Brunn gibt für diesen Kauf 
3000 Goldmark als Dahrlehen. Das alte Grundstück  wird an Baugeschäft  Georg Baumgärtel verkauft.

1912

Beginn mit Bau des neuen Turnplatzes. Nach Fertigstellung besuchen 70 - 80 Turner  die regelmäßigen Übungsstunden. Dazu kamen noch die  Faustballer und die neugegründete Fußballmannschaft.

1913

Am 14. und 15. Juni wurde das 25jährige Bestehen mit einem gauoffenen Wett-Turnen gefeiert. Neben Sport, Spiel und Theater fand auch das  Wandern großen Zuspruch.

1914
- 1918

Der stetige Aufschwung des Turnvereins wurde mit Beginn des 1.Weltkrieges unterbrochen.
Von 254 Mitgliedern waren 160 zum Kriegsdienst eingezogen, darunter fast die gesamte Vorstandschaft.
In dieser Zeit leitete Willi Plechschmidt alleine die Vereinsgeschäfte. 43 Turnbrüder sind aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrt. Für sie wurde eine Ehrentafel angefertigt  Nach dem Krieg wurde mit neuem Elan die Vereinstätigkeit  wieder aufgenommen.

1920

Der Turnverein hat sich auf 295 Mitglieder vergrößert. Es wurde zum bestehenden Sportplatz ein angrenzendes Grundstück zur Vergrößerung dazu gekauft.

1921

Hans Daßler führt das seit Ende der 90ziger Jahre verbotene Kinderturnen wieder ein.

1922

Planung zum Bau einer eigenen Turnhalle und Vereinsheimes. 2 Vorschläge werden vorgelegt.
Vorschlag 1 : Errichtung auf bestehenden Sportplatz an der Schützenstraße.
Vorschlag 2 : Von Dir. Otto Bergner und Baumeister Ruß, Bau der Halle auf dem Grundstück von Edmund Lindig, Besitzer des Gasthofes "Zur Krone".
Den Zuschlag erhielt  Vorschlag Nr. 2 und am 10.April 1922 wurde das Lindig'sche Anwesen Hauptstraße 71 und 72 käuflich erworben.

 April 1923  

Grundsteinlegung zum Turnhallenbau

18.10.1923

Nach 6 Monaten Bauzeit feierliche Einweihung der Turnhalle.
Besuch einer großen  Turnerschaft beim 1.Deutschen Turnfest nach dem 1.Weltkrieg in München.                        

1925

Kauf von 5 Grundstücken hinter der Turnhalle zum Bau eines Turnplatzes. Der alte Turnplatz wurde der Baufirma Rudolf Ruß veräussert und hat bis zum Bau der heutigen Schulsportanlage  den Namen Rußgarten getragen.

1928

Im Juni wurde das 40jährige Bestehen mit einem großen Schauturnen gefeiert. Anbau eines Kinovorführraumes der an den Wochenenden an den Kinobetreiber Richard  Zeitelhack verpachtet wurde.  

1930-1938

Besuch aller Bayerischen und Deutschen Turnfeste.
Der Turnverein zählte zu dieser Zeit 400 Mitglieder.
Bei einer  Hauptversammlung im Januar 1933 wurde die gesamte Vorstandschaft  vom Ortsgruppenleiter der NSDAP zum Rücktritt aufgefordert.  Als "Vereinsführer" wie sich der Vorstand von nun an zu bezeichnen hatte, wurde Johann Wagner bestimmt. Die sportlichen Aktivitäten und das Vereinsleben litten unter diesem Regime sehr. Es mußte das Wehrturnen  eingeführt  werden und dazu ein Kleinkalibergewehr angeschafft werden. Das Kinderturnen wurde wieder verboten. Die Mitgliederzahlen sanken wegen dieser Maßnahmen sehr stark. Durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm des "Führers" wurden folgende Baumaßnahmen durchgeführt. 

1. Erstellung der Gallerie an der linken Hallenseite            2. Verbesserung der Bühne ( Scheinwerfer, Vorhang )               3. Errichtung eines Zimmers oberhalb des Saaleinganges. 4. Neudeckung des Hallendaches     

1935 wurde das Wirtschaftgebäute  generalsaniert. Am Jahresende wuchs der Schuldenstand wegen dieser Baumaßnahmen auf 43.000 RM an. Johann Wagner tritt nach 25jähriger Amtszeit als Vorstand zurück.
Er war auch von 1928 - 1938 Pächter der  Turnerheimgaststätte und somit Vereinswirt. Hans Daßler wird neuer Vorstand.

1938

Das 50jährige Bestehen wurde mit turnerischen Vorführungen im Rahmen eines Festabends, den Gustav Wunderlich hervorragend organisiert und geleitet hat, gefeiert.

1939

Das Ende der Sportlichen Tätigkeitenmit Durchführung von Ortsmeisterschaften unter großer Einflußnahme der Partei. Die turnerischen Aktivitäten mußten wegen Ausbruchs des 2. Weltkrieges eingestellt werden. Der Wirtschaftsbetrieb wurde während des Krieges durch Pächter Hans Daßler aufrecht erhalten.

1945

                            Neuanfang des TV Schönwald   

Bei einer Versammlung in der "Goldenen Tasse" wurden Max Baumann und  Helmut Öchsler mit der Wahrnehmung der Vereinsinteressen beauftragt.

1946

Am 11. Mai fand die 1. Generalversammlung nach dem Kriege statt. Hier wurde bekanntgegeben, daß der Verein durch die amerikanische Militärregierung wieder zugelassen war.
Eine Anzahl von NSDAP-Mitgliedern mußte aus dem Verein ausgeschlossen werden,
daher sank die Mitgliederzahl auf 147 ab.

Aufbau der Handballabteilung durch Karl-Heinz und Werner Gottschild

1947

Alle ehemaligen Parteimitglieder dürfen den Verein wieder beitreten. Durch eine Sammelaktion konnten noch vor der Währungsreform der Schuldenberg fast abgetragen werden.

1948

Das 60jährige Bestehen wird mit einem Schauturnen und einem "Bunten Abend" gefeiert. Der Verein kann sich eines stetigen Zuwachses erfreuen.

1950

Der Verein hat jetzt wieder 256 Mitglieder. Ein Vergnügungsausschuß muß wegen der Zunahme an kulturellen Veranstaltungen gegründet werden.

1952

Turnplatz wird für den Handballsport (Großfeld ) begradigt, planiert und eingezäunt. Bei der Jahreshauptversammlung wird der Wunsch frei, nach dem Bau einer Sprungschanze. Im Herbst wird der Entschluß gefaßt eine Schanze auf dem Pfaffenberg am Quarzit-Steinbruch zu bauen.

1953

Errichtung einer Sprungschanze am Pfaffenberg.
Geplant wurde diese Schanze vom Bayerischen Skiverband und von dem bekannten Skispringer und Schanzenbauer Heini Klopfer.
Baukosten 10.000.-DM.  3.000 DM wurden von der Schönwalder Marktgemeinde dem TV zur Verfügung gestellt, weil alle Jugendverbände auf ihren Zuschuß verzichteten.

 

 

1954

17.Januar: Große Einweihung der Pfaffenberg-Schanze mit 40 aktiven Springern. Größte Weite und Schanzenrekord waren bei der Eröffnung 40,5 m. Von Adolf Ploß aus Selb wurde er aufgestellt und nie mehr erreicht. In den nächsten Jahren gab es einen regen Vorstandswechsel.    

1962

Erteilung der Gemeinnützigkeit durch Finanzamt Hof.

1963

Das 75jährige Bestehen wird mit einer Festwoche begangen.
Alle Sparten konnten sich  bei der Bevölkerung darstellen. Saalrenovierung und Ölsammelheizug  wurden für 75.000 DM realisiert.   

1964

Die Sprungschanze (Holzkonstruktion) wurde wegen Baufälligkeit abgebrochen.

1971 - 1972

Renovierung der Gaststätte für 50.000.- DM

1974 - 1988

Hans Schilling wird nach Walter Müller Vorstand des TV Schönwald. 1978  wird das 90jährige Bestehen mit einer Sportwerbewoche und einem  Festabend gefeiert. Es folgen in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen an Halle und Wirtschaftsgebäude.
Der Sportplatz wurde für die Leichtathleten modernisiert.  

Durch den Ausbau der Kornbergstraße und Planung eines Stadions war ein Grundstucks-Umlegungsverfahren notwendig. Der TV tauschte auf eine Länge von 35 m am Süd-West-Teil des Sportplatzes gegen die gleiche Fläche nach unten hin zur Kornbergstraße, behielt aber das Nutzungsrecht der Tauschfläche als Sportplatz.

Im Noveber 1983 führt der Turnverein eine Baumpflanzaktion durch. Über 200 Bäume und Sträucher sollen den Sportplatz in Zukunft einrahmen.  Von 1986 an laufen die Vorbereitungen für die Hundertjahrfeier, die Vorstand Hans Schilling in hervorragender Weise plante und organisierte. Ein abwechslungreiches Jahresprogramm mit einem Veranstaltungsprogramm der Festwochen vom 15. Juni bis 3. Juli 1988 wurde aufgestellt.
Beim Festkommers in der überfüllten TV Halle wurde die Gründungsversammlung von 1888 als kleines Theaterstück, das von Hans Schilling verfasst wurde, aufgeführt. 
Abschluß der  Feierlichkeiten war ein Festball im Oktober 1988 mit der Hofer Big Band.

1988

Der Mitgliederstand ist auf 800 Mitglieder im Jubiläumsjahr angewachsen.
Gisbert Stich übernimmt nach Rücktritt von Hans Schilling im September kommisarisch das  Amt des ersten Vorsitzenden.

1989

Bei der Jahreshauptversammlung wird Gisbert Stich mit großer Mehrheit vor Werner Richter zum  ersten Vorstand gewählt.

1990 -1994   

Planung eines Anbaus an die Halle mit neuen Geräte-/Kraft- und Gymnastikraum, sowie neuen Dusch- und Umkleideräumen und Toiletten.
Planung  und Finanzierung stehen. Die Nachbarin läßt keine Grenzbebauung zu. Dadurch muß neu geplant werden. Durch diese  Zeitverzögerung und dem Wegfall der Grenzlandhilfe durch Öffnung der Ostgrenzen gehen dem Turnverein 120.000 DM Grenzlandhilfe verloren. Mit neuer Planung und Finanzierung wurde 1994 mit dem Abriß der alten Toiletten und Geräteraum und dem Neubau im Sommer begonnen.

1995

Einweihung des neuen Sanitärtraktes

2000

Errichtung einer Hammer- und Diskus-Wurfanlage nach den Richtlinien für nationale und Internationale Wettkämpfe .

2002

Erster Landesoffener Werfertag beim TV mit Spitzenathleten aus dem gesamten Bundesgebiet

2006

Nach Wassereinbruch und schweren Schneelasten wurde die Sanierung des Daches über der Bühne und der Hausmeisterwohnung durchgeführt. Sanierungskosten 65.000.-€

2007

Nach umfangreichen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung hat der TV Schönwald durch den Bau eines Seniorenheimes auf dem  Grundstück des Festplatzes sein ursprüngliches Grundstück durch Zurücktauschen der Grundstücksflächen (Umlegungsverfahren 1980)  zurück erhalten.
Dazu konnte der Platz noch um ca. 15 m verlängert  werden. Durch diese Aktion ist der TV zukünftig in der Lage durch eine Umgestaltung der jetzigen Sportanlagen auch mit einem regelgerechten Fußballfeld aufzuwarten.


  2008

Im Mai verstirbt, völlig überraschend, der 1. Vorsitzende Gisbert Stich.
Im Juli wird Werner Richter durch den Turnrat, bis zur nächsten Wahl, als 1. Vorsitzender bestimmt.

2009

Werner Richter wird zum Vorsitzenden gewählt